Pumpentechnik
Kunststoffpumpen und Magnetkupplungspumpen für aggressive und gefährliche Medien – entwickelt und gefertigt in Deutschland. Auf dieser Seite beantworten wir die häufigsten Fragen rund um Werkstoffe, Dichtungskonzepte, Betrieb und Einsatzgebiete. Finden Sie nicht die passende Antwort? Senden Sie uns eine unverbindliche Pumpenanfrage – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.
Pumpenauswahl & Werkstoffe
Ich möchte eine korrosive oder aggressive Flüssigkeit fördern – hat Schmitt die passende Pumpe?
Ja. Schmitt ist auf die Förderung aggressiver, korrosiver und gefährlicher Medien spezialisiert. Für die meisten Förderaufgaben haben wir eine passende Kunststoff- oder Magnetkupplungspumpe im Programm. Nennen Sie uns einfach Medium, Konzentration, Temperatur, Fördermenge und Förderhöhe. Gerne schlagen wir Ihnen die geeignete Baureihe und den passenden Werkstoff vor.
Gibt es Schmitt Kunststoffpumpen in verschiedenen Werkstoffen?
Ja. Die meisten Schmitt Kunststoffpumpen sind in Polypropylen (PP) und Polyvinylidenfluorid (PVDF) erhältlich. Für besonders anspruchsvolle Medien bieten wir zusätzlich Hochleistungsfluorkunststoffe sowie metallische Ausführungen an:
- PP – wirtschaftlicher Standardwerkstoff für viele Säuren, Laugen und Salzlösungen.
- PVDF – höhere chemische und thermische Beständigkeit, u. a. für Säuren höherer Konzentration.
- ETFE (NEOCHEM Base) und PFA (NEOCHEM Core) – für aggressivste Medien und höhere Temperaturen.
- Edelstahl 1.4571 und Hastelloy C4 – für bestimmte Baureihen und Sonderanwendungen.
Welcher Werkstoff ist der richtige für mein Medium?
Entscheidend sind Medium, Konzentration und Betriebstemperatur. Die Verträglichkeit unserer Werkstoffe mit nahezu allen Chemikalien finden Sie in unserer chemischen Beständigkeitsliste. Als Faustregel gilt: Höhere Konzentration und höhere Temperatur verlangen den beständigeren Werkstoff. Im Zweifel prüfen wir Ihren konkreten Fall – senden Sie uns eine Pumpenanfrage.
Was ist der Unterschied zwischen PP und PVDF?
PP (Polypropylen) ist der wirtschaftliche Standard und für viele Säuren, Laugen und Salzlösungen bei moderaten Temperaturen bestens geeignet. PVDF (Polyvinylidenfluorid) ist chemisch und thermisch belastbarer und wird gewählt, wenn Medium, Konzentration oder Temperatur die Grenzen von PP überschreiten. Welcher Werkstoff wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab – wir empfehlen stets den beständigen, aber nicht überdimensionierten Werkstoff.
Was verbirgt sich hinter NEOCHEM Base und NEOCHEM Core?
NEOCHEM ist unsere Baureihe aus Hochleistungsfluorkunststoffen für besonders aggressive Medien. NEOCHEM Base besteht aus ETFE und ist bis rund 95 °C einsetzbar, NEOCHEM Core aus PFA für Einsatztemperaturen bis etwa 150 °C. Diese Werkstoffe kommen dort zum Einsatz, wo PP und PVDF an ihre Grenzen stoßen.
Welche Pumpe eignet sich für Flusssäure (HF)?
Flusssäure stellt hohe Anforderungen an Werkstoff und Dichtung. Bewährt hat sich eine magnetgekuppelte Ausführung in PVDF mit Siliziumkarbid-Gleitlagern und FEP-Dichtungen. Da HF hochgiftig ist, empfehlen wir grundsätzlich eine hermetisch dichte Bauweise. Nennen Sie uns Ihre Betriebsdaten – wir legen die passende Kombination für Sie aus.
Welche Pumpe passt für Schwefelsäure, Salzsäure oder Natronlauge?
Das hängt stark von Konzentration und Temperatur ab. Grobe Orientierung: Verdünnte Medien lassen sich oft in PP fördern, höhere Konzentrationen erfordern PVDF oder einen Fluorkunststoff. Metalle wie Edelstahl sind gegenüber Salz- und Schwefelsäure meist nicht beständig. Ab höheren Säurekonzentrationen empfehlen wir zudem eine magnetgekuppelte, hermetisch dichte Pumpe. Die verbindliche Auslegung nehmen wir anhand Ihrer konkreten Angaben vor.
Dichtung & Magnetkupplung
Ich muss Leckagen kleinster Mengen sicher verhindern – gibt es hermetisch dichte Schmitt Pumpen?
Ja. Für umwelt- oder gesundheitsgefährdende Flüssigkeiten bieten wir hermetisch dichte und nach TA-Luft zugelassene, magnetgekuppelte Pumpen ohne dynamische Wellendichtung. Dazu zählen unter anderem die Baureihen MPN, SMP und P sowie unsere hocheffiziente NEOLUTION NHM.
Magnetkupplung oder Gleitringdichtung – welches Konzept ist besser?
Beide Konzepte haben ihre Berechtigung:
- Gleitringdichtung – wirtschaftlich und bewährt für unkritische Medien oder bei ferromagnetischen Partikeln im Medium.
- Magnetkupplung – hermetisch dicht, ohne verschleißende Wellendichtung; erste Wahl bei giftigen, umweltgefährdenden oder auskristallisierenden Medien.
Als Faustregel gilt: Je kritischer das Medium, desto eher die Magnetkupplung. Wir beraten Sie gern, welches Konzept für Ihre Anwendung das wirtschaftlichste ist.
Wie funktioniert eine Magnetkupplungspumpe?
Der Motor treibt einen äußeren Magnetring an. Dieser überträgt sein Drehmoment berührungslos durch einen Spalttopf hindurch auf einen inneren Magnetring, der mit dem Laufrad verbunden ist. Der Spalttopf dichtet den Förderraum vollständig nach außen ab – die Pumpe ist dadurch hermetisch dicht und arbeitet ohne verschleißende Wellendichtung.
Was muss ich beim Einsatz einer Magnetkupplungspumpe beachten?
Zwei Punkte sind wichtig:
- Mindestfördermenge einhalten – ein Teil des Mediums schmiert und kühlt die Gleitlager; die Pumpe sollte daher nicht dauerhaft gegen einen geschlossenen Schieber laufen.
- Keine ferromagnetischen Feststoffe – magnetische Partikel könnten sich im Bereich der Magnetkupplung anlagern. Bei feststoffbelasteten Medien beraten wir Sie zur passenden Lösung.
Betrieb & Installation
Muss eine Kreiselpumpe vor dem Betrieb entlüftet werden?
Ja. Vor der Inbetriebnahme muss die Pumpe vollständig befüllt und entlüftet werden. Ein Trockenlauf ohne Medium kann die Gleitlager und Dichtungen schädigen.
Was ist der Unterschied zwischen „normalansaugend“ und „selbstansaugend“?
Normalansaugende Kreiselpumpen können eine leere Saugleitung nicht selbst entlüften – sie müssen im Zulauf betrieben oder vor dem Start befüllt werden. Selbstansaugende Pumpen entlüften die Saugleitung ohne zusätzliche Hilfseinrichtungen und saugen das Medium auch aus tiefer gelegenen Behältern an. Schmitt Kreiselpumpen sind normalansaugend; die Saugleitung muss daher stets befüllt bleiben (z. B. über ein Rückschlagventil).
Kann eine Schmitt Kreiselpumpe trockenlaufen?
Das hängt von der Baureihe ab:
- Baureihe T (vertikale Tauchpumpen) – trockenlaufsicher, da ohne Wellendichtung im Medium.
- Bestimmte Ausführungen der Baureihe MPN – ebenfalls trockenlaufsicher.
- NEOLUTION NHM – dank der zum Patent angemeldeten Gleitlagerkonstruktion kurzzeitig trockenlauftolerant (bis ca. 15 Minuten) und zusätzlich heißlauffähig bei Fehlbetrieb, z. B. bei geschlossener Druck- oder Saugseite, bis zu 8 Stunden.
Ist dauerhafter Trockenlauf zu erwarten, empfehlen wir eine trockenlaufsichere Baureihe oder einen Trockenlaufschutz. Sprechen Sie uns an.
Kann ich eine horizontale Kreiselpumpe auch vertikal aufstellen?
Eine vertikale Aufstellung ist möglich, solange die Pumpe stets vollständig befüllt und entlüftet bleibt. Für den dauerhaften Einsatz in Behältern und Gruben bieten wir jedoch speziell dafür konstruierte vertikale Tauchpumpen der Baureihe T an.
Was bedeutet NPSH und warum ist es wichtig?
NPSH beschreibt den Zulaufdruck, den eine Pumpe an ihrem Eintritt benötigt, um Kavitation zu vermeiden. Ist der verfügbare Zulauf (NPSHa) kleiner als der Bedarf der Pumpe (NPSHr), bilden sich Dampfblasen, die Leistung mindern und Bauteile schädigen. Wichtig ist das vor allem bei heißen, ausdampfenden Medien oder langen Saugleitungen. Wir prüfen die NPSH-Reserve bei der Auslegung mit.
Wie stelle ich die Pumpe richtig auf?
Die Aufstellung entscheidet über die Ansaugbedingungen:
- Neben dem Behälter mit Zulauf von unten – beste Bedingungen; das Medium läuft der Pumpe zu.
- Neben dem Behälter mit Ansaugung über den Rand – die Saughöhe verringert die NPSH-Reserve.
- Über dem Behälter (Saugbetrieb) – am anspruchsvollsten; die Saugleitung muss bei normalansaugenden Pumpen stets befüllt bleiben. Alternativ kommen selbstansaugende Pumpen wie unsere Baureihe SMP zum Einsatz.
Bietet Schmitt auch Pumpen für ATEX-Zonen an?
Ja. Je nach Pumpentyp bieten wir ATEX-Ausführungen für die Zonen 1 und 2 in verschiedenen Temperaturklassen (z. B. T3 oder T4) an. Die Einstufung Ihrer Anlage nehmen Sie bzw. Ihr Explosionsschutzverantwortlicher vor – teilen Sie uns die Anforderungen mit, dann liefern wir die passende Ausführung.
Branchen & Anwendungen
Welche Pumpen setzt Schmitt in der Galvanik und Oberflächentechnik ein?
Galvanik und Oberflächentechnik gehören zu unseren Kernbranchen. Für Elektrolyte, Beizen, Entfettungs- und Spülbäder liefern wir beständige Kunststoffpumpen – bei kristallisationsneigenden oder besonders aggressiven Medien in hermetisch dichter, magnetgekuppelter Ausführung mit Siliziumkarbid-Gleitlagern.
Eignen sich Schmitt Pumpen für die Halbleiter- und Elektronikindustrie?
Ja. Für die Nasschemie in der Halbleiterfertigung sind hochreine, hochkorrosionsbeständige Werkstoffe gefragt. Hier kommen unsere Kunststoff-Baureihen aus PVDF und PP zum Einsatz. Namhafte Unternehmen der Branche vertrauen auf Schmitt.
Haben Sie Pumpen für Abluftwäscher und Scrubber?
Ja. In Abgaswäschern zirkulieren aggressive Waschflüssigkeiten im Kreislauf. Unsere korrosionsbeständigen Kunststoff- und Magnetkupplungspumpen sind für den Dauerbetrieb in solchen Umwälzkreisläufen ausgelegt und seit Jahrzehnten bei den bedeutendsten Herstellern solcher Systeme im Einsatz.
Sind Schmitt Pumpen für die chemische Industrie und Labore geeignet?
Ja. Von der Prozessanlage bis zum Technikum fördern unsere Pumpen Säuren, Laugen, Lösungsmittel und weitere anspruchsvolle Medien. Über die Werkstoffwahl (PP, PVDF, ETFE, PFA) und das Dichtungskonzept passen wir die Pumpe exakt an Ihr Medium an.
Wirtschaftlichkeit & Nachhaltigkeit
Wie energieeffizient sind Schmitt Pumpen?
Sehr effizient: Die Baureihe NEOLUTION NHM erreicht Wirkungsgrade von bis zu 76 %. Mit der NEOLUTION-Technologie lassen sich gegenüber herkömmlichen Lösungen bis zu 50 % Stromkosten einsparen – bei Pumpen im Dauerbetrieb ein spürbarer Beitrag zu Betriebskosten und CO₂-Bilanz.
Wie langlebig sind Schmitt Pumpen?
Schmitt Pumpen sind auf Langlebigkeit ausgelegt: Viele Anlagen laufen auch nach über 25 Jahren zuverlässig. Wir fertigen in Deutschland aus hochwertigen Werkstoffen und prüfen jede Pumpe zu 100 %, bevor sie unser Haus verlässt. Die Baureihen MPN und NHM lassen sich zudem in wenigen Minuten und ohne Spezialwerkzeug vor Ort warten.
Service, Lieferung & Kauf
Ich brauche für meine Anlagenplanung ein 3D-Modell der Pumpe.
Gern. Wir stellen 3D-Modelle aller Pumpen in den gängigen Formaten (z. B. STEP) bereit. Schreiben Sie uns kurz an sales@schmitt-pumpen.de oder rufen Sie an: 07243 / 5453-0.
Wo kann ich Schmitt Pumpen kaufen?
In Deutschland kaufen Sie Schmitt Pumpen direkt beim Hersteller. Außerhalb Deutschlands vermitteln wir Sie an unsere qualifizierten Handelspartner in vielen Ländern.
Wie lang ist die Lieferzeit?
Standardpumpen fertigen und liefern wir in der Regel innerhalb einer Woche.
Unterliegen Schmitt Kreiselpumpen Exportbeschränkungen?
Einige Baureihen unterliegen Exportbeschränkungen. Bei Fragen zum Export unterstützen wir Sie gern.
Meine Pumpe arbeitet nicht wie gewünscht – welche Unterstützung bekomme ich?
In jeder Betriebsanleitung finden Sie eine Störungstabelle mit Ursachen und Abhilfen. Kommen Sie damit nicht weiter, stehen wir Ihnen persönlich mit Rat und Tat zur Seite – telefonisch oder per E-Mail.
Bekomme ich Ersatzteile und Betriebsanleitungen zu meiner Pumpe?
Ja. Zu allen aktuellen Baureihen liefern wir Ersatzteile und stellen die passende Betriebsanleitung bereit. Nennen Sie uns Baureihe und Baugröße Ihrer Pumpe, dann helfen wir Ihnen schnell weiter.
Hat Schmitt auch Pumpen für private Anwendungen (Gartenteich, Kellerentwässerung)?
Grundsätzlich ließen sich Schmitt Pumpen auch privat einsetzen – ausgelegt sind sie jedoch für die Förderung aggressiver Flüssigkeiten im industriellen und gewerblichen Einsatz. Für Teich oder Keller gibt es meist wirtschaftlichere Standardlösungen.
Ich möchte eine Pumpe zur Reparatur einsenden – was muss ich beachten?
Bitte entleeren und spülen Sie die Pumpe vor dem Versand gründlich und geben Sie das geförderte Medium an, damit wir die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen einhalten können. Diese Angaben machen Sie auf der Dekontaminationserklärung, die Sie uns vorab an sales@schmitt-pumpen.de senden oder dem Paket beilegen.
Wie stelle ich eine Pumpenanfrage?
Am schnellsten über das Anfrageformular auf unserer Website – oder per E-Mail an sales@schmitt-pumpen.de bzw. telefonisch unter 07243 / 5453-0. Hilfreich sind Angaben zu Medium, Konzentration, Temperatur, Fördermenge und Förderhöhe. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einem passenden Vorschlag.